Öffnungszeiten: Geöffnet Icon Dienstag - Sonntag 10-17 Uhr
An gesetzlichen Feiertagen auch montags geöffnet.

Das Museum ist ab 19. Januar 2026 bis 12. Februar 2026 für den Ausstellungsumbau geschlossen.

Das Museum ist weitgehend barrierefrei,
mobile Rampen sind vorhanden.
Parken in der Tiefgarage 2 Std. kostenlos.

Freuen Sie sich auf die neue Sonderausstellung? - Kunst der unterschiedlichen Empfindungen

Freuen Sie sich auf die neue Sonderausstellung? - Kunst der unterschiedlichen Empfindungen

Drei Maler und ihr Publikum in den 1950er und 1960er Jahren

Carl Ludwig Loreck (1898 – 1991), Rolf Cavael (1898 – 1979), Hans Otto Buchner (1909 – 1972)

11. Februar bis 7. Juni 2026

Die Ausstellung stellt in über 120 Werken drei Lebenswege und drei verschiedene Kunstauffassungen mit Fokus auf der Nachkriegszeit und den 1950er und 1960er Jahren vor. Das Werk und die Biographien von Carl Ludwig Loreck, Rolf Cavael und Hans-Otto Buchner laden gerade in ihrer Unterschiedlichkeit dazu ein, über Kunst, den Kunstbetrieb und auch über die Käufer und Rezipienten nachzudenken: Was erzählt Kunst über Zeit und Gesellschaft, wenn romantische Natur-Idylle, radikale Abstraktion und auch die Freiheit, sich gerade nicht auf einen Stil festzulegen, parallel ihr eigenes Publikum finden.

Denken über die Dinge – Kunst-Interventionen II

11. Februar bis 8. November 2026

Drei KünstlerInnen – die Keramikerin Stephanie Borchardt (Garmisch-Partenkirchen), der Gestalter und Schreinermeister Christoph Leuner (Garmisch-Partenkirchen) und der Maler und Poet Günter Nosch (Weilheim) – treten in einen spannenden Dialog mit der Sammlung des Museums. Dabei ist das gemeinsame Thema das Nachdenken über den Sinn und die Form von Objekten.

Günter Nosch nennt sein Projekt „Duden dichten“. Dafür werden rund 50 Exponate der Sammlung, die ständig ausgestellt sind, wortspielerisch neu betitelt und in der Kürze und Anmutung des Dudens scheinbar sinnvoll erklärt. Neben der Lust am Spiel ist das Ziel, unsere Sichtweise auf den Kopf zu stellen. Einzelne ausgewählte Werke auf Glas, Holz und Karton werden gleichzeitig in den Kontext der Sammlung gestellt. Christoph Leuners Skulptur-Gefäße – er selbst bezeichnet sie als Hohl-Körper - treten in Form und Funktion in Kommunikation mit der ständigen Sammlung. Es geht ihm um das Nachdenken über Volumen, Formen, Materialität, Bearbeitung und nicht zuletzt die Bedeutung von Objekten. Seit 35 Jahren lotet er die Grenzen zwischen Offensichtlichem und Verborgenen aus, das macht die Gegenüberstellung mit den historischen Objekten so spannend.

Die Keramikerin Stephanie Borchardt erweitert und spiegelt den historischen Bestand der Gebrauchsgefäße des Museums durch ihr Geschirr aus Steinzeug. Sie nimmt in ihren Arbeiten historische Formen und Handwerkstechniken auf, gestaltet aber gleichzeitig klar erkennbar, individuell und zeitgenössisch. Für diese Ausstellung entwickelte sie eine eigene Serie mit in Ton gebrannten fotografischen Elementen.

Die Interventionen irritieren die Sehgewohnheiten und eröffnen neue Assoziationen – sozusagen einen frischen Blick auf historische Objekte und ermöglichen so ein dialogisches Museumserlebnis über das gesamte Jahr.

Die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen

Carl Ludwig Loreck malte zutiefst fasziniert von der Natur Landschaften in einem romantisch-lyrischen Stil. Sein Werk umfasst über 3.000 Ölgemälde und Aquarelle, die er fast alle verkauft hat, weitgehend ohne am zeitgenössischen Kunstbetrieb teilzuhaben. Es gab zahlreiche Sammler, die die Gemälde direkt aus seinem Atelier erwarben. Bis heute hängen nicht nur im Landkreis Garmisch-Partenkirchen zahlreiche „Lorecks“ in den Häusern. Er war zu seiner Lebenszeit ein geachteter und überaus erfolgreicher Maler.

Das Werk von Rolf Cavael dagegen war von Anfang an von der Abstraktion geprägt; in der NS-Zeit wurde er daher mit Ausstellungsverbot belegt und durfte nur im Verborgenen malen. Früh schon stand er mit Kandinsky im Briefwechsel und war später Mitbegründer der Künstlergruppe ZEN 49 – er ist derjenige der drei Maler, der zur künstlerischen Avantgarde gehörte, damit den Zeitgeist des Kunstbetriebs am stärksten verkörperte und bis heute überregional bekannt ist.

Hans-Otto Buchner arbeitete lange Zeit als Gebrauchsgrafiker wie auch Cavael und kam erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nach Garmisch-Partenkirchen. Anders als die beiden anderen Maler setzte er seine Motive in verschiedensten Stilen als auch Techniken und Materialien um. Er wollte sich bewusst keinem Stil verpflichten, sondern suchte auf seinen zahlreichen Reisen in den Süden das künstlerische Abenteuer in stetiger Wandlung. Erst wenige Jahre vor seinem Tod fand er zu einer eigenen Handschrift.

Nachdenken über Kunst

So verschieden die Werke von Carl Ludwig Loreck, Rolf Cavael und Hans-Buchner waren, sie alle schufen qualitativ hochwertige Gemälde und Papier-Arbeiten. Ebenso waren alle drei aus tiefster Seele Künstler. Das Kunstschaffen war für sie Berufung, Lebenselixier, innere Notwendigkeit. Nach der Zäsur der NS-Zeit und des Zweiten Weltkriegs arbeiteten sie in der jungen Bundesrepublik als freischaffende Künstler. Sie lebten im Laufe ihres Lebens lange Zeit in Garmisch-Partenkirchen. Alle drei fanden ihre Nische und ihr eigenes Publikum. Dennoch sehen die Antworten auf Fragen nach der Kunst und dem Kunstbetrieb ihrer Zeit bei den drei Malern entschieden anders aus: Warum faszinieren Kunstwerke? Wie wichtig ist dabei die Persönlichkeit des Künstlers? Wie sieht ein sogenanntes Künstlerleben im 20. Jahrhundert in Deutschland aus? Was für Kunst kaufte man sich in der Nachkriegszeit und hängte sie in seine privaten Räumlichkeiten? Macht Kunst die Produzenten und die Rezipienten „glücklich“? Die Ausstellung bietet einen Überblick über das Schaffen der drei Künstler und arbeitet ihre individuelle Position heraus. Durch diese Gegenüberstellung gewinnen die drei Gesamtwerke in ihrer Abgrenzung. eine neue Tiefenschärfe Sie stehen geradezu paradigmatisch für die verschiedenen Entwicklungen der Kunst in Deutschland nach 1945.

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